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AGO Interner Klaushöck

Freitag, 07. Dezember 2018, 19:00 Uhr

Weitere Informationen zu diesem Anlass

Am 7. Dezember findet der erste interne AGO-Abend des neuen Vereinsjahres in unserer Sternwarte auf dem Simplonpass statt. Der Anlass beginnt um 19 Uhr.

Wir beginnen wie üblich mit einem Abendessen, das von Daniela zubereitet werden wird. Aus organisatorischen Gründen (Einkaufen Essen) sind die AGO-Mitglieder, die am Klaushöck teilnehmen möchten, gebeten, sich bis am Mittwoch 5. Dezember bei Daniela per E-Mail unter daniela.folettamari@gmail.com anzumelden.

Astronomisch gesehen gibt es an diesem Abend zwei Highlights. Zum einen kommt es am 7. Dezember zu einer engen Begegnung von Mars und Neptun. Ausserdem gibt es mit 46P/Wirtanen zurzeit wieder einmal einen Kometen, der bei finsterem Himmel sogar von blossem Auge erkennbar sein sollte. Er wurde 1948 von Carl Wirtanen mit einer Helligkeit von 16 mag entdeckt und gehört zur kurzperiodischen Jupiter-Familie. Durch nahe Begegnungen mit dem Riesenplaneten kam es zu Änderungen seiner Bahn mit einer Verkürzung der Umlaufzeit von 6.6 auf heute 5.5 Jahre und Verkleinerung des Perihel-Abstandes von 1.6 auf etwas mehr als 1 AE. So stieg auch seine Helligkeit an. Bei seiner grössten Annäherung an die Erde am 16. Dezember mit etwa 30-fachem Mondabstand dürfte er etwa 4 mag hell sein. Am 7. Dezember erwartet man bereits eine Helligkeit von etwa 5 mag, so dass der Komet bei guten Bedingungen leicht beobachtbar sein sollte.

Als Schlechtwetterprogramm hören wir uns gerne einen astronomischen Vortrag an, sofern ein Mitglied etwas vorbereitet hat.

Bericht

Das Programm des „AGO-Klaushöck“ war reichhaltig. Daniela offerierte ein währschaftes Nachtessen, am Himmel fand ein Planetentreffen statt, ein Komet sollte beobachtet werden und drei, von Vereinsmitgliedern zusammengestellte Kurzvorträge waren angesagt.

Acht Vereinsmitglieder besuchten den „Klaushöck“. Auch dabei, wenn auch in grosser Distanz, waren die Planeten Mars und Neptun. Sogar der Neptunmond Triton hat kurz vorbei geschaut. Komet Wirtanen hat es leider nicht bis zur Sternwarte geschafft. Gegen unser Wetter hatte der Wanderer aus dem Sonnensystem keine Chance.

Aber jetzt der Reihe nach - um die Begegnung von Mars und Neptun fotografisch einzufangen bin ich bereits um 17:30 Uhr auf den Simplon gefahren. Der Himmel war fast wolkenlos und Mars leuchtete schon hell am Himmel. Um 18 Uhr war die Fotoausrüstung in Stellung, das Guiding funktionierte und Mars funkelte gut fokussiert mitten auf dem Kameradisplay. Dunkel genug war es auch. Es konnte also losgehen. Nach ein paar Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zogen aber bereits die ersten Wolken vor Mars und Neptun durch. Halb so schlimm, ich hatte ja die Planetenbegegnung schon auf dem Fotochip. Beim Auswerten der Fotos zeigte sich, dass auch Triton, Neptuns grösster Mond, am Planetenrand zu erkennen war. Eine echte Überraschung. Die frühe Anreise hat sich also gelohnt.

Noch viel mehr gelohnt hat sich die Fahrt auf den Simplon wegen dem was jetzt folgte - dem Abendessen. Daniela hat die Sternwarte schon Stunden zuvor vorbereitet. Der Tisch war gedeckt und auf dem Herd stand ein Topf mit herrlich duftender Minestrone. Als Vorspeise tischte Daniela Tessiner Alpkäse, Salami und Brot aus der Simpeler Bäckerei auf. Dazu gab’s einen guten Tropfen Walliser Weisswein. Die währschafte Minestrone bildete den Hauptgang und zum Dessert wurden wir mit einer Kaki-Frucht Crème, garniert mit süssen Backwaren, verwöhnt. Köstlich! Abgerundet wurde das Mahl von einem Kaffee (mit oder ohne „Seitenwagen“) und einem grossen Stück Panettone.

Mit vollen Mägen wollten wir uns nach dem Essen an das Beobachten von Komet 46P Wirtanen machen. Aber das Wetter hatte sich mittlerweile den Prognosen angepasst. Es begann zu schneien und stürmische Winde wehten über den Simplon. Nichts war’s mit Komet Wirtanen.

So schauten wir uns die angesagten Kurzvorträge an. Über den Kometen hat Michael eine Präsentation zusammengestellt. Leider musste er seine Teilnahme kurzfristig absagen, hat aber seine Arbeit noch per E-Mail auf das iPhone von Daniela geschickt. Wir haben es sogar geschafft, das iPhone mit dem Beamer zu verbinden um Bilder vom Kometen anzusehen (haben wir schon vor dem Nachtessen gemacht).

„Das Sonnensystem auf dem Fussballplatz“ war Inhalt des Kurzvortrags, mit dem „Astrolaien“ die gewaltigen Dimensionen des Universums möglichst einfach erklärt werden sollten. Mir war klar, dass dieses Thema für AGO-Mitglieder vielleicht etwas simpel war. Die massstabgetreue Verkleinerung des Sonnensystems wurde mit alltäglichen Gegenständen verglichen und in einen Stadtplan von Brig integriert. Die Sonne lag dort als Fussball auf dem Anspielpunkt des Fussballfeldes in der Geschina, Neptun kullerte als Erbse über die Saltinabrücke mitten in Brig. In diesem Modell wäre Proxima Centauri, unser Nachbarstern, ein Ball auf einem Fussballfeld im 6800 km entfernten Washington D.C. Bei solchen Grössenordnungen kam sogar bei einigen AGO-Mitgliedern ein leichtes Staunen auf.

Auf Wunsch von Daniela habe ich auch eine kleine Präsentation zusammengestellt, in der nebst Astrofotos, die in der Sternwarte aufgenommen wurden, auch ein paar meiner Aufnahmen von Wildtieren im Simplongebiet zu sehen waren. Sortiert waren die Fotos nach Spezialitäten der einzelnen Jahreszeiten.

Nach diesem „Theorieblock“ wagten wir noch einmal einen Blick nach draussen. Für ein paar Minuten waren tatsächlich einige Sterne zu sehen. Aber Wind und Schneewolken erstickten die Hoffnungen auf Himmelsbeobachtungen sehr schnell. Yvette liess es sich trotzdem nicht nehmen, noch ein paar tolle Fotos von der Umgebung zu machen. Sie dokumentieren sehr gut den Mix von Wolken und Sternenhimmel.

Als wir gegen Mitternacht den Heimweg antraten, tobte ein veritabler Schneesturm mit Windböen, die einem fast das Gleichgewicht raubten.

Auch wenn das Wetter astronomischen Ansprüchen nicht ganz genügen konnte, der „Klaushöck“ war trotzdem sehr interessant, gemütlich und kulinarisch wertvoll. Wer nicht dabei war hat etwas verpasst!

Im Namen aller Teilnehmer/innen ein grosses Dankeschön an Daniela für die grossartige Bewirtung.

Am Klaushöck teilgenommen haben: Als Gastgeberin - Daniela, als Gäste - Brigitta, Jasmin, Yvette, Claudio, Cyril, Robert und Remo.

- Remo Glaisen

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© Robert Glaisen / astro.vallensis.ch

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